– Eugenijus Ališankas poetische Expedition. mein blut im tiegel wenn ich es überm gas erhitze wird es flink wie quecksilber sieh da schon regnet es jenseits des meeres ab und hängt als nebel am alpenolymp wenn ich salz des lebens hineinstreue flocken gedruckte wörter aus elektronen die in den schläfen stechen laß ich das fenster offen über nacht ist es am morgen schwarz erwärme ichs im herd mit brandrückständen und unleserlichen texten aus kaffeesatz vermische es mit deinem blut und warte zwanzig minuten dann sieht es aus wie alter wein das nenne ich nicht wissenschaft schon gar nicht kunst ich experimentiere ergo sum, − Der litauische Dichter Eugenijus Ališanka. Zum anderen hat die sowjetische Zensur bis zur Wiederherstellung des unabhängigen Staates vor zwei Jahrzehnten dafür gesorgt, dass Gedichte interessanter waren als Romane und natürlich aufregender als die gleichgeschaltete Presse, weil man in eine Verszeile Andeutungen einschmuggeln konnte, die im Klartext nie durchgegangen wären. In Deutschland dagegen genießen seine unprätentiösen, humorvollen und präzisen Gedichte spätestens seit Erscheinen der zweisprachigen Ausgabe von aus ungeschriebenen geschichten (Köln 2005) eine für die litauische Literatur beispiellose Wertschätzung und Beachtung: Kein anderer Schriftsteller seines Landes erfreut sich solcher Resonanz im deutschen Feuilleton und wird so häufig zu Lesungen und Stipendienaufenthalten eingeladen. Das Konkrete wird für Ališanka immer wichtiger, was wiederum nicht heißt, dass seine Gedichte nun um Orte und Namen kreisen, aber „sie geben dem ganzen einen Geschmack, eine Färbung und eine Verbindung mit der Realität – und diese Realität ist interessant“, wie der Autor selbst kommentiert. Mehrere Gedichte des Bandes zeigen den Reisenden in Greenwich, Venedig oder Berlin. Mit der zunehmenden Distanz zu Metaphysik und Spiritualität ist Ališankas Lyrik, durchaus im Sinne Wittgensteins, verspielter geworden: wovon man nicht reden kann das muß man sich vorstellen was man sich nicht vorstellen kann muß man lieben […] noch weniger womit man nicht spielen kann. In jüngerer Zeit bemühe ich mich um die Details ,dieser Welt‘, ihre Widerspenstigkeit, Konkretheit und Umgangssprache sind heute wichtiger für mich […] Es ist wirklich kaum zu glauben, daß ich Kunst und Leben so lang trennen konnte. – Kurt am Pult: Puls ruht. Dem ist zuz… Es folgen dann einige Zeilen, die aktuelle Unklarheiten in diesem Bereich deutlich werden lassen (Glauben, Sprache). Sein Schaffen fällt durch alle Maschen der „genres in der litauischen dichtung“ (das gleichnamige Gedicht im vorliegenden Band war ein Auftragswerk für eine Moskauer Literaturkonferenz; es durfte nicht mehr als fünfzehn Zeilen umfassen). Es beginnt in Vers 1 mit der Frage nach der eigenen Identität. So ist es auch nicht erstaunlich, daß Ališankas langjähriger, erfolgreicher Einsatz für die Herausgabe, Präsentation und Verbreitung von litauischer Literatur – als internationaler Programmleiter des Litauischen Schriftstellerverbands, als Organisator des populären Lyrikfestivals Frühling der Poesie und als Chefredakteur der englischsprachigen Zeitschrift Vilnius Review (die zeitgenössische litauische Literatur im Ausland vorstellt) -, daß dieses Engagement von übelwollenden Kollegen mit dem Wirken eines sozialistischen Kulturfunktionärs verglichen wird. Doch Poesiefestivals sind noch immer ein fester Bestandteil des Kulturlebens, und Gedichtbände haben (bei 3,5 Millionen Einwohnern!) Daneben gab und gibt es einen formstrengen Klassizismus, der sich etwa bei Tomas Venclova, dem international bekanntesten litauischen Lyriker, aus der Tradition der russischen Altmeister wie Anna Achmatowa und Ossip Mandelstam speist. Schon in den 2002 im Original erschienenen ungeschriebenen geschichten hatte Ališanka gewundene Pfade des Zufälligen und Beiläufigen freigelegt oder gebahnt – Pfade, die die kollektive Geschichte und die individuellen Lebenswege kreuzen und durchkreuzen. − Der litauische Dichter Eugenijus Ališanka. Und wichtiger als die litauische Poesie war für ihn wohl die internationale, die er gut kennt, denn er hat aus dem Polnischen und Englischen übersetzt und viele Jahre das litauische Festival Frühling der Poesie organisiert, zu dem er Poeten aus zahlreichen Ländern eingeladen hat. Ein Gedicht, das auf Grund seiner begrenzten Aussage vor allem zum Zweck des Einstiegs in die Thematik genutzt werden kann. Doch diese vom Existentialismus und fernöstlichen Religionen geprägte Hinwendung zum Transzendenten war für die litauische Lyrik der siebziger und achtziger Jahre geradezu typisch. 06: Wie vermeidet man "falsche" Interpretationen? Eugenijus Ališanka, der einzige litauische Lyriker, der neben Tomas Venclova mit Gedichtbänden in deutscher Übersetzung vertreten ist, hat mit beiden genannten Traditionen nichts gemein. 04: Wie kommt man mit schwierigen Stellen in Gedichten klar? Diese griffige Umschreibung des Kontingenzprinzips von Richard Rorty verweist wie der lateinische Titel und die Eingangszitate des Buchs, die den Bezug zur lateinischen Rhetorik herstellen, auf die ernsthaften Absichten des Dichters: unwahrscheinliche, aber vorstellbare Alternativen im scheinbar Zwangsläufigen zu schaffen. Das Nachwort der Übersetzerin Claudia Sinnig ist eine wunderbare Einführung in Ališankas poetischen Kosmos – auch wenn die litauische EU-Skepsis übertrieben dargestellt wird und ein sinnstörender Satzfehler zum Innehalten zwingt. Ein ruhelos Reisender, a poet on the road, durchmißt er die Räume des neuen Europas, auf den Spuren seiner politischen und kulturellen Topographie.Leere Wachtürme stehen in versehrten Landschaften; die … 01: Sachtexte: Warum sie so wichtig sind... 04: Umgang mit informierenden Texten - Beispiel: Information zur Erörterung. Klausurvorbereitung: Analyse eines lyrischen Textes Texte: Adel Karasholi: Umarmung der Meridiane (1978), Dragica Rajcić: hunderste gedicht ohne trenen (2000), Clara Tauchert-da Cruz: Insel (1987) Beispielaufgaben: Formulieren Sie Einleitung und Schluss für eine Analyse des Gedichts von Şenocak. Heute bezeichnet er sein von „geistigen Vätern“ wie Rilke, Celan und Trakl angeregtes Frühwerk als „ziemlich autistisch“. Hierin unterscheidet sich Ališanka von seinem älteren Dichterkollegen Tomas Venclova, für den die Architektur von Vilnius seit der Kindheit zeichenhaft ist; sie spricht zu ihm aus der Vergangenheit und spielt deshalb auch als Gegenstand seiner poetischen Metaphysik von Anfang an eine entscheidende Rolle in Venclovas Schaffen. Eugenijus Ališanka, "Identitätskrise": Ein Gedicht, das das Problem der Identität wohl aus der Perspektive eines Migranten in der Weise löst, dass das lyrische Ich sich in das ihm einfach erscheinende Leben eines Fernfahrers hineinträumt. Eine charakteristisch saloppe, treffende Erwiderung auf diese Kritik findet sich im Gedicht „genrekrise“: ich rede wie ich kann mit einem menschen so und anders mit einem stein das ist nicht literatur heißt es […] kaum änderst du den stil schon werfen sie dich aus der bar aus dem flugzeug aus dem zug ich komme zu fuß zurück. Musterlösung: Gedichtanalyse zum Gedicht "Kleine Stadt am Sonntagmorgen" Abschnitt Gedichtanalyse Einleitung In dem Gedicht „Kleine Stadt am Sonntagmorgen“ von Erich Kästner aus dem Jahre 1929 geht es um die ruhige Atmosphäre, die in einer Kleinstadt an einem Kultur (psst!) Ein rationaler Horizont, #tuerlesung 0.08 – Richard Pietraß: Hundewiese, Klausur & Amok, Laß leuchten! Ein Stimmungslyriker ist Ališanka nicht, vielmehr ein präziser Vermesser eigener Widersprüche und der Paradoxien der Welt, der – nicht ohne Witz, Ironie und Melancholie – an allen Gewissheiten rüttelt. −. Dieser notorisch kurzsichtige, vergeßliche, ängstliche Protagonist, der fortan mal unbekümmert, mal verdutzt und mal versonnen durch seine litauische Heimat, die weite Welt und ferne Vergangenheiten irrt, stellt sich beim Unterlaufen von festgefÜgten Deutungsmustern ausgesprochen geschickt an. So verleiht Ališanka dem lächerlichen, linkischen, heiligen Mißlingen ein zeitgemäßes, leises Pathos: ich wußte nicht wie leben versuchte es so und anders wie in diesem witz nichts kam dabei raus ich sehe mich um es geht allen ähnlich nur manchen misslingt es wohl schöner. Im zweiten Teil wird besonders deutlich, wie sehr das lyrische Ich Schluss machen möchte mit dem, was er "intelligenzlerische klagen" nennt, nicht nur "über den sinn des seins", sondern auch psychologische Fragen wie die "durchbrüche des unterbewußten". Der Autor wollte damit natürlich kein Beispiel im moralischen Sinn geben, sondern nach eigener Aussage „ein Beispiel des Lebens, Denkens und Fühlens“. Seither ist sein Schaffen von jener fast trügerischen Einfachheit, Klarheit und Beweglichkeit, die ihm in der Heimat den erwähnten Vorwurf der Stillosigkeit und Trivialität einträgt. einer der wichtigsten jüngeren Lyriker der Gegenwart, legt nach seinem vielbeachteten Werk aus ungeschriebenen geschichten (2005) einen neuen Gedichtband vor.

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